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DER MANN DER DIE WELT ASS

von Nis-Momme Stockmann. URAUFFÜHRUNG
Premiere
04.11.2011 STUDIO

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„Ich wollte es alles hinkriegen. Aber wisst ihr. Ich kann es nicht gut machen. Ich kann es nur schlecht machen. Ich fresse alles auf.“ Der Sohn ist 35 Jahre alt und erfolgsverwöhnt, aber eines Tages gerät er aus der Bahn und das Leben prüft ihn erbarmungslos. Von seiner Frau und seinen Kindern hat er sich bereits getrennt, dann wird er arbeitslos. Sein Vater wird dement und immer hilfsbedürftiger. Der kranke Bruder ist in seinen Augen ein Simulant, mit seinem besten Freund zerstreitet er sich. Ohne Geld, ohne Perspektive, den Vater pflegend, den Bruder verlierend, steht er zuletzt ganz allein da.

Der Mann der die Welt aß ist die berührende Geschichte eines gefallenen Helden. Die Leistungsgesellschaft, deren Teil er ist, lässt keine Kapitulation zu. Wer aus der Tretmühle des Kapitalismus aussteigen will, der fällt aus der Welt.

Mit der Auszeichnung seines Erstlings Der Mann der die Welt aß beim Heidelberger Stückemarkt 2009 und kurze Zeit später beim Berliner Theatertreffen begann der künstlerische Werdegang des jungen Autors Nis-Momme Stockmann. Die Uraufführungsinszenierung von Dominique Schnizer wurde von der Presse hoch gelobt. Gerhard Stadelmaier schrieb in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Daniel Stock gibt den Sohn als nacktschneckigen Kotzbrocken mit Sehnsuchts- und Verzweiflungszuckerguss, Ronald Funke den dementen Vater als Gemütsnarr mit sanft klingelnden Abgrundschellen. In Stockmanns Welt sind die Kinder verlassen, die Väter fallen aus, die Mütter sind gestorben. Es ist die Welt der Alleinlebenden. Nichts Ungewöhnliches. In Heidelberg zeigt sich das fabelhaft einfach, berührend. Das Theater dient dem Autor, indem es über seine Geschöpfe staunt, ihnen nahe kommt, ihnen aber Luft lässt für noch ganz andere Möglichkeiten.“

Der Mann der die Welt aß war zu den Festivals „Neue Stücke aus Europa“ in Wiesbaden, „Maximierung Mensch“ in Trier und „Kaltstart“ in Hamburg eingeladen. Für Stockmann folgten weitere Uraufführungen am Schauspiel Frankfurt, am Staatstheater Stuttgart und am Staatstheater Braunschweig. Er gilt heute als einer der wichtigsten Gegenwartsdramatiker. In der Kritikerumfrage in „Theater heute“ wurde 2010 er zum „Nachwuchsdramatiker des Jahres“ gewählt, das Land Baden-Württemberg zeichnete ihn mit der Fördergabe zum Schiller-Gedächtnispreis aus, 2011 erhielt er den Friedrich-Hebbel-Preis. Regisseur Dominique Schnizer inszenierte u. a. am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, bei den Ruhrfestspielen und zuletzt auch am Deutschen Nationaltheater Weimar.

REGIE Dominique Schnizer BÜHNE & KOSTÜME Christin Treunert DRAMATURGIE Jan Linders

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