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100 PROZENT KARLSRUHE

Eine statistische Kettenreaktion von Rimini Protokoll (Haug / Kaegi / Wetzel)
Ein Projekt mit dem Bundesverfassungsgericht
Premiere
01.10.2011 GROSSES HAUS

Fotogalerie

Letzte Zusatzvorstellung am 22.4.! Trailer hier

„100 Prozent Karlsruhe, 100 Prozent Theater, 100 Prozent Erfolg“ BNN

Wer hat je ganz Karlsruhe auf einer Bühne gesehen? Ein repräsentativer Bevölkerungsquerschnitt von 100 Einwohnern stellt sich vor: Ein Professor in Lederjacke steht neben einem Mädchen aus Durlach oder einer Oberamtsmeisterin des Bundesverfassungsgerichts. Sie beantworten Fragen wie „Waren Sie jemals glücklich?“ oder „Warum sind Sie nach Karlsruhe gekommen?“.

Auf der politischen Bühne und ihren medialen Spielorten sind es Zahlen, die die Welt bedeuten, ist Gesellschaft ein flirrendes Gebilde aus gezählten, geschätzten und „repräsentativen“ Werten. 100 prozent Karlsruhe wagt ein Spiel mit den Kriterien für politische Meinungsabbildung und potentielle Kaufkraft. Ende 2009 lebten in Karlsruhe 302.001 Menschen. Die größten Gruppen der registrierten Ausländer kamen aus der Türkei (6.109), Italien (4.247), Kroatien (2.301), Serbien-Montenegro (1.887), Polen (1.823), Russland (1.578), Frankreich (1.555), Rumänien (1.352) und China (1.231). 19,7 % der Karlsruher sind über 65 Jahre alt, 15,1 % unter 18 Jahren. Die Hälfte der rund 165.050 Haushalte wird von Singles bewohnt und 114.824 Karlsruher sind verheiratet. Was wäre, wenn diese Statistiken Gesichter bekämen? Wie viele davon wären Lehrer, wie viele Topverdiener und wie viele arbeitslos? Wie viele davon zu gewandert und wie viele Atheisten? Minderheiten und Mehrheiten werden in Zeitungen gerne mit Kuchenstücken oder Säulen anschaulich gemacht. In 100 prozent Karlsruhe entsteht eine neue Art des Volkstheaters und so etwas wie die temporäre Volksvertretung von Karlsruhe. 100 Menschen werden sich auf der Bühne des Theaters vorstellen, 100 kleinste Einheiten der Gesellschaft in einem Spiel mit dem Repräsentativen an einem schönen Ort der Repräsentation. Nur ein einziger Mensch wird „gecastet“: ein Mitarbeiter des Bundesverfassungsgerichts, das dieses Jahr 60 Jahre alt wird. Diese Person schlägt nach dem Prinzip der Kettenreaktion einen weiteren Teilnehmer vor, der wiederum dafür sorgt, dass der nächste Mitspieler in das Team kommt und so weiter. Geschlecht, Alter, Familienstand, Herkunft, Wohnbezirk: In diesen Kategorien sollen die 100 Darsteller genau der Stadt Karlsruhe entsprechen. Wie dieser Bevölkerungsquerschnitt aussieht, das wird sich zeigen, wenn sich am 28. September 2011 zum 60. Jubiläum des Bundesverfassungsgerichts der Vorhang des STAATSTHEATERS hebt, aus dessen Vorläufer – so die Legende – 1951 die ersten roten Roben der Richter geschneidert wurden.

Rimini Protokoll arbeitet seit seiner Gründung 2002 mit Experten des Alltags, Helden der Wirklichkeit, die in einer Theatersituation über ihr Leben und ihre Arbeit berichten. Das Kollektiv inszeniert mittlerweile auf fünf Kontinenten und wurde u. a. 2007 mit dem Mülheimer Dramatikerpreis und 2008 mit dem Europäischen Theaterpreis „Premio Europa“ ausgezeichnet. 100 prozent Karlsruhe ist eine stadtspezifische Weiterentwicklung des Projekts 100 prozent berlin, Hebbel am Ufer, Berlin 2008.

Hintergrundinformationen zu den Proben und Darstellern finden Sie im Online-Magazin 100 Prozent Dabei.

INSZENIERUNG Helgard Haug, Stefan Kaegi & Daniel Wetzel BÜHNE Mascha Mazur, Marc Jungreithmeier
LICHT, VIDEO Marc Jungreithmeier
LIVE MUSIK taxi sandanski (Angelika Metzler, Horst Metzler, Christoph Obert, Julius Oppermann, Bastian Sandberger, Jan Sandberger)
KETTENREAKTION Nicole Dietz, Julia Kuzminska, Michael Nijs, Julia Reichert
DRAMATURGIE Jan Linders, Michael Nijs
PRODUKTIONSLEITUNG Jenny Flügge

Buch zum Stück

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